Papst Franziskus in Kuba

Historisches Treffen der Kirchenoberhäupter

Erneut beweist Kuba unter seinem neuen Staatschef Raùl Castro sein diplomatisches Geschick. Auf Kuba kommt es zu einem historischen Treffen zwischen Papst Franziskus und dem Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, dem Patriarchen Kirill.

Seit der Kirchenspaltung von 1054 in eine West- und eine Ostkirche hat ein katholischer Papst noch nie einen russisch-orthodoxen Patriarchen getroffen. Zwar haben sich Franziskus‘ Vorgänger und andere Patriarchen schon in der Vergangenheit getroffen, aber noch nie kam es zu einem direkten Treffen mit einem russischen Patriarchen. Der russische Patriarch ist Oberhaupt der größten orthodoxen Kirche mit über 150 Millionen Gläubigen.

Papst Franziskus landet in Kuba

Gerüchte gab es schon länger, dass dieses Treffen stattfinden könnte. Kirill besucht Kuba, der Papst zur gleichen Zeit Mexiko. Das Treffen findet am 12. Februar statt und dürfte von allen Christen auf dieser Welt als Zeichen der Annäherung beider großen Glaubensgemeinschaften in schweren Zeiten gesehen werden. Hauptthema des Treffens wird die Verfolgung von Christen im Nahen Osten sein. Vor allem in Syrien und Irak gehen die alten christlichen Gemeinden unter. Durch den zunehmenden islamischen Fundamentalismus sind außerdem auch Christen in Ägypten, Nigeria und weiteren afrikanischen Staaten gefährdet.

Zeichen der Öffnung Kubas

Das Treffen passt sehr gut zu der Öffnung seines Landes, die Raùl Castro nicht nur in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht anstrebt, sondern auch in allen weiteren Lebensbereichen. Dazu gehört auch die Religion. Ein Großteil der kubanischen Bevölkerung ist römisch-katholisch. Doch eine wichtige Rolle im spirituellen Leben vieler Menschen spielt die afrokubanische Santeria. Wie wichtig für Papst Franziskus Kuba und seine Gläubigen sind, hat er durch seinen Besuch im Herbst bereits gezeigt. Wenn jetzt noch das historische Treffen zwischen ihm und Kyrill dort stattfindet, erweist er sowohl den kubanischen Gläubigen seine Ehre und zollt auch den Öffnungsbestrebungen seines Präsidenten Respekt.

Kuba wird außerdem im Jahr 2016 Schwerpunktland des Weltgebetstages sein. Am 4. März wird weltweit der Weltgebetstag gefeiert und erneut steht das polarisierende Kuba im Fokus der Öffentlichkeit.

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